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Komplexe IT-Rollouts wie Plattformmigrationen oder großflächige Systemablösungen erreichen vor der Inbetriebnahme häufig eine Phase, in der klassische Projektsteuerung nur eingeschränkt wirkt. Diese wird in der Sicherheitsforschung als Sharp End bezeichnet: Der Bereich, in dem die theoretische Planung auf die operative Realität trifft und jede Entscheidung direkte, geschäftskritische Konsequenzen hat. In diesen Momenten entscheiden nicht Pläne über den Erfolg, sondern die Handlungsfähigkeit des Teams unter maximalem Druck.Der Vortrag zeigt, warum geschäftskritische IT-Projekte in dieser Phase eine andere Führungslogik anwenden müssen. Im Sharp End können beispielsweise Mikrofehler an einer Kasse zum Stillstand der Retail-Filiale und somit zu irreversiblen Reputationsschäden führen. Basierend auf der Analyse hochriskanter Go-Live-Situationen wird dargelegt, wie Projektleitungen vom administrativen Verwalten zur aktiven Stabilisierung eines Hochleistungssystems wechseln.Dazu nutzen wir Erkenntnisse aus High Reliability Organizations, um konkrete Führungspraktiken abzuleiten. Unser Ziel ist, Führungskräften aufzuzeigen, wie sie Teams mental und strukturell auf die Dynamik am Sharp End einstellen können.
